Entstehungsgeschichte
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Entstehungsgeschichte


Bereits unmittelbar nach der historischen Wende des Jahres 1989 sind die strukturellen Defizite zum Vorschein gekommen, die es in der ehemaligen Tschechoslowakei innerhalb der Organisation der Forschung und des Unterrichts zur Problematik der deutschsprachigen Länder gegeben hat. Dies betraf vor allem den vernachlässigten und interdisziplinären Bereich zwischen der traditionellen Germanistik (an der Prager Universität traditionell gepflegt an der dortigen Philosophischen Fakultät) und der Geschichtswissenschaft, d.h. insbesondere die Bereiche der politikwissenschaflichen, wirtschaftswissenschaftlichen und soziologischen Reflexion der deutschsprachigen Länder. Tschechische und slowakische Mitglieder der gemeinsamen Deutsch-Tschechoslowakischen Historikerkommission, die Anfang 1990 aufgrund der Initiative der damaligen Außenminister J. Dienstbier und H.-D.Genscher inauguriert wurde, haben mit Recht auf die Notwendigkeit hingewiesen, diese Lücken zu schließen. Sie wurden nach 1993 in diesem Vorhaben von weiteren Repräsentanten des öffentlichen Lebens unterstützt (u.a. auch Präsident V. Havel bzw. Außenminister a.D. Prof. J. Zieleniec).


Unter bescheidenen Bedingungen wurde 1993 zuerst das ehemalige Zentrum für deutsche und österreichische Studien errichtet, zunächst im Rahmen des Politikwissenschaftlichen Instituts der Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Dank dem Schulministerium konnte 1994 eine Summe zugunsten dieses Zentrums - seit 1994 in den Lehrstuhl bzw. die Abteilung für deutsche und österreichische Studien des im selben Jahre gegründeten Instituts für Internationale Studien (Area Studies) umgewandelt - zur Verfügung gestellt werden, die es ermöglichte, eine Grundausstattung anzuschaffen (zur Nutzung des historischen Gebäudes des ehem. Karmeliterklosters St. Gallus in der Prager Altstadt hat das tschechische Außenministerium verholfen). Von dieser Summe konnten Fachkräfte und wissenschaftliche Mitarbeiter während der Zeit bezahlt werden, für die noch keine normale Finanzierung bestand. Die Finanzierung mit regulären Haushaltsmitteln konnte in dem Moment eingesetzt werden, als die kompletten Programme für beide Stufen des Studiums (Bakkalaureatsstudium, Magisterstudium) am Institut eröffnet wurden, d.h. in den Jahren 1995 und 1996. Seit 1997 besteht am Institut auch die Möglichkeit, ein 3-jähriges Doktorandenstudium in den Bereichen Internationale Territoriale Studien und Moderne Geschichte zu absolvieren (postgraduate studies).

 

Ausländische Partner


Bereits in der Anlaufphase ist es jedoch gelungen, eine zusätzliche Unterstützung auch aus anderen Quellen zu sichern, insbesondere für den Aufbau der spezialisierten Handbibliothek (etwa 5000 Bände), für die Gewährleistung von Gastvorträgen und Gastprofessuren bzw. Gastdozenturen und Lektorenstellen sowie für die Studien- und Forschungsaufenthalte tschechischer Studenten und Fachleute bzw. für die Gastdozenturen und Gastprofessuren der Mitarbeiter des Prager Instituts in Deutschland. An dieser Stelle sind vor allem der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Aktion Österreich-Tschechische Republik, die Österreich-Kooperation sowie weitere deutsche, österreichische, schweizerische und tschechische Stiftungen und Stiftungsfonds zu nennen.

 

Als Beispiel für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit ist etwa das seit 15 Jahren durch den DAAD geförderte Austauschprogramm mit der Universität Düsseldorf zu nennen (DAAD-Programm Deutschsprachige Studiengänge in MOE/GUS). Seit dem Wintersemester 2007/2008 bietet der Lehrstuhl für deutsche und österreichische Studien außerdem in Kooperation mit dem Bohemicum an der Universität Regensburg den binationalen Bachelor-Studiengang „Deutsch-Tschechische Studien / Česko-německá studia“ an.


Inhaltliche Ausrichtung


Im Einklang mit der Zielrichtung des Instituts betrachtet der Lehrstuhl für deutsche und österreichische Studien den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit, insbesondere ihrer pädagogischen Arbeit, in der Problematik der deutschsprachigen Länder in dem mitteleuropäischen und europäischen Kontext. Die wissenschaftlichen Projekte der Mitarbeiter beziehen sich auch auf den Bereich der gegenseitigen Beziehungen sowie auf die Geschichte der Deutschen in den böhmischen Ländern. Der Lehrstuhl organisiert in erster Linie die Lehrveranstaltungen im Magisterstudium (die Studiengänge Deutsche und österreichische Studien und Central European Comparative Studies (CECS)) und im Bakkalaureatsstudium (die Studiengänge Deutsch-Tschechische Studien / Česko-německá studia und Internationale territoriale Studien).


Mitarbeiter


Der Personalstand der Abteilung besteht heute aus einem Professor (Prof. PhDr. Jaroslav Kučera, Csc.), sowie aus zehn internen wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und Assistenten (PhDr. David Emler, Ph.D., PhDr. Lucie Filipová, Ph.D., JUDr. Vladimír Handl, CSc., doc. PhDr. Ota Konrád, Ph.D. (Leiter des Lehrstuhls), PhDr. Miroslav Kunštát, Ph.D., JUDr. Petr Mlsna, Ph.D., Mgr. Lukáš Novotný, M.A., Dr., PhDr. Tomáš Nigrin, Ph.D., PhDr. Petr Šafařík, PhDr. et Mgr. Alena Zelená, Ph.D. ). Als "pendelnde" DAAD-Gastdozenten unterrichten im Wintersemseter 2014 an unserem Lehrstuhl Prof. Dr. Christoph Nonn. DAAD-Tutorin ist Aletta Beck.


Die Mitarbeiter der Abteilung sind in mehreren deutsch-tschechischen, bzw. österreichisch-tschechischen bilateralen Gremien vertreten, so z.B. doc. Konrád in der Österreichisch-Tschechischen Historikerkommission.


Im Oktober 2000 hat die Abteilung sowie der größere Teil des gesamten Institutes ihren Sitz im neuen, modern ausgestatteten Universitätsgebäude in Prag 5-Jinonice erhalten. Das detaillierte Veranstaltungsprogramm ist dem elektronischen Vorlesungsverzeichniss der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Karls-Universität Prag zu entnehmen.

 

PhDr. Miroslav Kunštát, Ph.D.

 

Aktualisiert am 9. 12. 2014








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Entstehungsgeschichte


Bereits unmittelbar nach der historischen Wende des Jahres 1989 sind die strukturellen Defizite zum Vorschein gekommen, die es in der ehemaligen Tschechoslowakei innerhalb der Organisation der Forschung und des Unterrichts zur Problematik der deutschsprachigen Länder gegeben hat. Dies betraf vor allem den vernachlässigten und interdisziplinären Bereich zwischen der traditionellen Germanistik (an der Prager Universität traditionell gepflegt an der dortigen Philosophischen Fakultät) und der Geschichtswissenschaft, d.h. insbesondere die Bereiche der politikwissenschaflichen, wirtschaftswissenschaftlichen und soziologischen Reflexion der deutschsprachigen Länder. Tschechische und slowakische Mitglieder der gemeinsamen Deutsch-Tschechoslowakischen Historikerkommission, die Anfang 1990 aufgrund der Initiative der damaligen Außenminister J. Dienstbier und H.-D.Genscher inauguriert wurde, haben mit Recht auf die Notwendigkeit hingewiesen, diese Lücken zu schließen. Sie wurden nach 1993 in diesem Vorhaben von weiteren Repräsentanten des öffentlichen Lebens unterstützt (u.a. auch Präsident V. Havel bzw. Außenminister a.D. Prof. J. Zieleniec).


Unter bescheidenen Bedingungen wurde 1993 zuerst das ehemalige Zentrum für deutsche und österreichische Studien errichtet, zunächst im Rahmen des Politikwissenschaftlichen Instituts der Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Dank dem Schulministerium konnte 1994 eine Summe zugunsten dieses Zentrums - seit 1994 in den Lehrstuhl bzw. die Abteilung für deutsche und österreichische Studien des im selben Jahre gegründeten Instituts für Internationale Studien (Area Studies) umgewandelt - zur Verfügung gestellt werden, die es ermöglichte, eine Grundausstattung anzuschaffen (zur Nutzung des historischen Gebäudes des ehem. Karmeliterklosters St. Gallus in der Prager Altstadt hat das tschechische Außenministerium verholfen). Von dieser Summe konnten Fachkräfte und wissenschaftliche Mitarbeiter während der Zeit bezahlt werden, für die noch keine normale Finanzierung bestand. Die Finanzierung mit regulären Haushaltsmitteln konnte in dem Moment eingesetzt werden, als die kompletten Programme für beide Stufen des Studiums (Bakkalaureatsstudium, Magisterstudium) am Institut eröffnet wurden, d.h. in den Jahren 1995 und 1996. Seit 1997 besteht am Institut auch die Möglichkeit, ein 3-jähriges Doktorandenstudium in den Bereichen Internationale Territoriale Studien und Moderne Geschichte zu absolvieren (postgraduate studies).

 

Ausländische Partner


Bereits in der Anlaufphase ist es jedoch gelungen, eine zusätzliche Unterstützung auch aus anderen Quellen zu sichern, insbesondere für den Aufbau der spezialisierten Handbibliothek (etwa 5000 Bände), für die Gewährleistung von Gastvorträgen und Gastprofessuren bzw. Gastdozenturen und Lektorenstellen sowie für die Studien- und Forschungsaufenthalte tschechischer Studenten und Fachleute bzw. für die Gastdozenturen und Gastprofessuren der Mitarbeiter des Prager Instituts in Deutschland. An dieser Stelle sind vor allem der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Aktion Österreich-Tschechische Republik, die Österreich-Kooperation sowie weitere deutsche, österreichische, schweizerische und tschechische Stiftungen und Stiftungsfonds zu nennen.

 

Als Beispiel für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit ist etwa das seit 15 Jahren durch den DAAD geförderte Austauschprogramm mit der Universität Düsseldorf zu nennen (DAAD-Programm Deutschsprachige Studiengänge in MOE/GUS). Seit dem Wintersemester 2007/2008 bietet der Lehrstuhl für deutsche und österreichische Studien außerdem in Kooperation mit dem Bohemicum an der Universität Regensburg den binationalen Bachelor-Studiengang „Deutsch-Tschechische Studien / Česko-německá studia“ an.


Inhaltliche Ausrichtung


Im Einklang mit der Zielrichtung des Instituts betrachtet der Lehrstuhl für deutsche und österreichische Studien den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit, insbesondere ihrer pädagogischen Arbeit, in der Problematik der deutschsprachigen Länder in dem mitteleuropäischen und europäischen Kontext. Die wissenschaftlichen Projekte der Mitarbeiter beziehen sich auch auf den Bereich der gegenseitigen Beziehungen sowie auf die Geschichte der Deutschen in den böhmischen Ländern. Der Lehrstuhl organisiert in erster Linie die Lehrveranstaltungen im Magisterstudium (die Studiengänge Deutsche und österreichische Studien und Central European Comparative Studies (CECS)) und im Bakkalaureatsstudium (die Studiengänge Deutsch-Tschechische Studien / Česko-německá studia und Internationale territoriale Studien).


Mitarbeiter


Der Personalstand der Abteilung besteht heute aus einem Professor (Prof. PhDr. Jaroslav Kučera, Csc.), sowie aus zehn internen wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und Assistenten (PhDr. David Emler, Ph.D., PhDr. Lucie Filipová, Ph.D., JUDr. Vladimír Handl, CSc., doc. PhDr. Ota Konrád, Ph.D. (Leiter des Lehrstuhls), PhDr. Miroslav Kunštát, Ph.D., JUDr. Petr Mlsna, Ph.D., Mgr. Lukáš Novotný, M.A., Dr., PhDr. Tomáš Nigrin, Ph.D., PhDr. Petr Šafařík, PhDr. et Mgr. Alena Zelená, Ph.D. ). Als "pendelnde" DAAD-Gastdozenten unterrichten im Wintersemseter 2014 an unserem Lehrstuhl Prof. Dr. Christoph Nonn. DAAD-Tutorin ist Aletta Beck.


Die Mitarbeiter der Abteilung sind in mehreren deutsch-tschechischen, bzw. österreichisch-tschechischen bilateralen Gremien vertreten, so z.B. doc. Konrád in der Österreichisch-Tschechischen Historikerkommission.


Im Oktober 2000 hat die Abteilung sowie der größere Teil des gesamten Institutes ihren Sitz im neuen, modern ausgestatteten Universitätsgebäude in Prag 5-Jinonice erhalten. Das detaillierte Veranstaltungsprogramm ist dem elektronischen Vorlesungsverzeichniss der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Karls-Universität Prag zu entnehmen.

 

PhDr. Miroslav Kunštát, Ph.D.

 

Aktualisiert am 9. 12. 2014